AC-Studie 2007

*70% der DAX-100 Unternehmen setzen AC ein
Deutschland-Studie Arbeitskreis AC e.V.*

Nach der großen AC-Studie im Jahr 2001 legt der Arbeitskreis AC e.V. hiermit die Studie zur Verbreitung des Assessment Center in den deutschsprachigen Ländern vor. An der Studie haben 233 Unternehmen teilgenommen, es wurden 200 verschiedenen Verfahren beschrieben. Erstmals fand eine Vollerhebung bei den DAX-100 Unternehmen statt.
Je nach eigenem Interesse gibt es immer wieder Meinungsäußerungen, dass der AC-Einsatz schon lange abnehme oder das Gegenteil davon. Durch die Vollerhebung bei den DAX-100 Unternehmen ist hier erstmals eine zuverlässige Aussage möglich. Mit 70% setzt die klare Mehrheit der DAX-100 Unternehmen AC ein. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Börsenindex Schwergewichte wie VW oder Deutsche Telekom enthält, aber auch kleinere Unternehmen mit wenigen Hunderten Mitarbeitern. Die Anwendungshäufigkeit der AC Verfahren ist bei den befragten Unternehme zunehmend und diese Einschätzung im Vergleich zur letzten Befragung 2001 leicht angestiegen – immerhin sagt mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer, dass in ihren Organisationen die Anwendung zunehmend sei. Die AC-Anwender selbst setzten in ihren Unternehmen auch mehr AC ein – so ist der Anteil der Firmen mit mehr als 15 AC-Durchläufen p.a. von 27% 2001 auf 43% 2007 deutlich gestiegen.

Das AC wird immer seltener AC genannt

In der Benennung ihrer Verfahren werden die Organisationen immer „kreativer“ – neben dem Begriff Assessment Center werden immerhin 68 verschiedene weitere interne Bezeichnungen verwendet – von Auswahltag bis Talent-Finder.

Zunahme der AC-Anwender in kleineren Unternehmen

Die AC-Anwender nehmen zu, gleichzeitig sinkt pro AC-Durchlauf die Teilnehmerzahl – immerhin 23% der Verfahren sind mittlerweile Einzel-AC. Der Großteil der Anwender des AC sind weiterhin die Unternehmen mit vielen Beschäftigten – bei Unternehmen mit mehr als 20.000 Mitarbeitern setzen 90,6% AC ein. Gleichzeitig hat die AC Anwendung bei kleineren Unternehmen im Vergleich zu 2001 zugenommen.

1/3 der AC-Anwendung Auswahl, 2/3 Potenzialanalyse und Entwicklung

Die Mehrzahl der Unternehmen wendet AC sowohl für externe Bewerber wie interne Mitarbeiter an. Wenn man die konkreten Verfahren vergleicht, sind 37% der AC-Verfahren für die Personalauswahl (mit dem Schwerpunkt externe Bewerber), 35 % zur Potenzialanalyse (Schwerpunkt, aber nicht ausschließlich interne Mitarbeiter) sowie 23 % Entwicklungs-AC. Die häufigste Zielgruppe für AC sind daher Führungsnachwuchskräfte in Unternehmen. Die Verbindlichkeit der AC-Anwendung ist hoch – wenn man die Entwicklungs-Verfahren ausklammert, dann bezeichnen die Unternehmen für 70% das AC als für die jeweilige Zielposition verbindlich.

AC-Inhalte: Mehr Testverfahren, weniger Gruppenübungen, mehr firmen- und positionsspezifische Übungen

Kommunikation, Durchsetzung und Analysefähigkeit sind die Kriterien, die die meisten Unternehmen im AC sehen möchten. Ein typisches AC besteht aus Präsentation, Zweiergespräch, Fallstudie / Postkorb, Fact-Finding, Interview und Gruppendiskussion. Im Übungseinsatz gibt es doch deutliche Änderungen gegenüber 2001: Die Anwendung von Testverfahren (Persönlichkeit, Intelligenz) hat zugenommen, die Gruppendiskussion hat ihren Spitzenplatz 2007 verloren. Erfreuliche Entwicklung: Die Übungsinhalte sind in der Mehrzahl firmenspezifisch entwickelt – eine erhebliche Steigerung gegenüber 2007.