Deutschland-Studie Arbeitskreis-AC: Praxis des Feedbacks

Nach der großen AC-Studie im Jahr 2001 legt der Arbeitskreis AC hiermit die Studie zur Verbreitung des Assessment Centers in den deutschsprachigen Ländern vor.

An der Studie haben 233 Unternehmen teilgenommen, es wurden 200 verschiedene Verfahren beschrieben. Erstmals fand eine Vollerhebung bei den DAX-100 Unternehmen statt.

Anwendungshäufigkeit von ACs steigt in Deutschland

AC liegen weiter im Trend, die Mehrheit der DAX-100 Unternehmen setzen AC ein. Die Anwendungshäufigkeit der AC Verfahren ist zunehmend und diese Einschätzung im Vergleich zur letzten Befragung 2001 leicht angestiegen – immerhin sagen mehr als die Hälfte der Studienteilnehmern, dass in ihren Organisationen die Anwendung zunehmend sei.

Feedback ist in der Praxis unverzichtbarer Bestandteil

Ein untersuchter Aspekt ist die Handhabung des Feedbacks. Hier zeigt sich ein erfreuliches Ergebnis: In praktisch allen Unternehmen erhalten die Teilnehmer Feedback. Für DC und Potenzialanalysen ist dies ohnehin sachlogisch, aber auch bei Auswahl-AC gibt es in Deutschland durchgängig Feedback – allen Unkenrufen zum Trotz, dass im Zusammenhang mit dem AGG das Feedback zu gefährlich geworden sei.

Feedback wird kürzer

Dies entspricht ganz den Leitlinien des Arbeitskreises AC. Ein Trend geht hin zu mehr schriftlichem Feedback, dies ist zu begrüßen, damit die Teilnehmer das Feedback besser erinnern und nachvollziehen können. Gleichzeitig gibt es einen Trend zu kürzerem Feedback.

Wiederholbarkeit des AC

Ein in der AC-Praxis wichtiges Thema ist die Frage, ob bei einem schlechten Ergebnis das AC wiederholt werden kann. Auch hierzu liefert die Studie ein interessantes Benchmarking. In fast der Hälfte der Verfahren können die Teilnehmer das AC tatsächlich wiederholen, dies gilt weniger für Personalauswahlverfahren als für Teilnehmer von Potenzialanalysen.

Vermeidung von Verlierern im AC

Der klare Trend gegenüber 2001 besteht in der neuen Studie darin, dass die Wiederholung in einem viel kürzeren Abstand nach dem AC möglich ist. Gefragt wurde auch, ob es spezielle Voraussetzungen für die Wiederholung gibt. Dies verneint die Mehrzahl der Unternehmen. Das Angebot eines weiteren Durchlaufs zu einem späteren Zeitpunkt ist somit eine gute Möglichkeit, die klassischen Gewinner- / Verlierer-Problematik abzufedern.

Erfolgreiche AC-Teilnahme in Abhängigkeit von den Zielsetzungen

Befragt wurden die Unternehmen, inwieweit die Teilnahme am AC oder DC obligatorisch ist. Etwa 1/3 der ACs werden zur Personalauswahl eingesetzt. Hier geht es offensichtlich um ein gutes Abschneiden als Voraussetzung für die Einstellung. Auch bei DCs oder Potenzialanalysen kann die Teilnahme jedoch obligatorisch sein, z. B. für die Teilnahme an einem Führungscurriculum oder für die Benennung als Potenzialkandidat.
Der hohe Anteil an Verfahren, die verbindlich für eine Zielposition sind, überrascht, sind doch nur etwa 1/3 der Verfahren für die Personalauswahl konzipiert. Noch mehr überrascht, dass auch ein Anteil von 38% der Entwicklungsverfahren obligatorisch für die Zielposition ist. Dies kann so interpretiert werden, dass vor dem Hintergrund von Kosten und Aufwand die AC-Teilnahme in deutschsprachigen Unternehmen ein hohes Maß an Verbindlichkeit besitzt.