Neue Anforderungen in der Jobwelt – Was steckt hinter den Begriffen Agilität, Digital by Default, Kollaboration und Design Thinking?

Agilität – schnell und flexibel auf Anforderungen reagieren

Der lateinische Wortstamm „Agilitas“ steht für Schnelligkeit und Beweglichkeit. Meist wird der Begriff im Kontext der Softwareentwicklung verwendet, aber auch von Führungskräften wird gefordert, schneller das zu erkennen und zu liefern, was der Kunde möchte. Wir erwarten zum Beispiel die Lieferung unserer Bestellungen aus dem Internet nicht mehr im Zeitraum einer Woche, sondern zukünftig am gleichen Tag. Der Kern von Agilität für das AC findet sich in der Motivationsstruktur: Wie ist das jeweilige Ambitionslevel? Wie stark ist die Freude, neue und schwierige Themen anzupacken? Wie stark ist das Interesse, zu gestalten und Einfluss auf andere auszuüben?

Digital by Default – Affinität zu digitalen Themen auch bei Nicht-„Digital Natives“

Bedingt durch den technischen Fortschritt und die rasante Verbreitung von Internet und Smartphone auf der ganzen Welt wird das Arbeitsleben zunehmend virtuell. Produkte und Unternehmen ohne Internetpräsenz und professionellen digitalen Auftritt rücken schnell in den Hintergrund, neue Onlinetrends verdrängen tradierte Produkte. Dafür müssen sich Führungskräfte mit den Methoden des Internetvertriebs auskennen. Stichworte sind z. B. SEO, SEA, Retracking oder personalisiertes Pricing. Digital by Default meint über die Digitalisierung hinaus, dass alle Prozessveränderungen und Produktangebote in Organisationen von vorneherein nur noch digital implementiert werden. Aktuelle Führungskräfte entstammen noch nicht der Generation der „Digital Natives“, dennoch wird von ihnen erwartet, dass sie die Digitalisierung vorantreiben. Dazu brauchen sie selbst Erfahrung, Wissen und Neugierde für digitale Trends und Methoden.

Kollaboration – „Silo-Denken“ in Organisationen überwinden

Digitalisierung, Globalisierung, Beschleunigung und Wertewandel erfordern und ermöglichen neue Kooperations- und Kommunikationsformen. Dabei ist nicht etwa die bisher verwendete Eigenschaft Kooperationsfähigkeit gemeint, sondern vielmehr die Fähigkeit, Silo- und Abteilungsgrenzen der Organisation zu überwinden und mit neuen Arbeitsformen Nutzen zu schaffen. Dazu gehört es etwa, auf andere Abteilungen aktiv zuzugehen und Best Practices zu teilen oder sich für gemeinsame Vorhaben zusammenzutun. Ein bedeutsamer Aspekt ist die dabei die Fähigkeit, neue Formen der Arbeitsorganisation einzuführen und selbst vorzuleben. Statt innerhalb fester Gruppen- und Abteilungsgrenzen, die die Anforderungen an Schnelligkeit nicht mehr erfüllen, ist das Arbeiten in flexiblen, projektbezogenen und bereichsübergreifenden Teams mit einem hohen Grad an Selbstbestimmung gefragt. Führungskräfte sollten dazu schon bekannte Kompetenzen mitbringen: Das ist zunächst wieder die kognitive Geschwindigkeit, solche Entwicklungen überhaupt zu erfassen. Von ihnen wird auch erwartet, gute Beziehungen zu relevanten Nachbarabteilungen zu pflegen, auf andere aktiv zuzugehen und sympathisch zu wirken.

Design Thinking – Innovative Lösungen für Kundenprobleme

Design Thinking ist eine Vorgehensweise speziell in digital orientierten Unternehmen, dass Mitarbeiter unterschiedlicher Disziplinen in einem Kreativität fördernden Umfeld zusammenarbeiten und Konzepte entwickeln, die aus Kundensicht in Zwischenschritten immer wieder geprüft werden. Eine Methode ist beispielsweise die „Customer Journey“, bei der an den verschiedenen „Touchpoints“, also den Berührungspunkten der Kunden zum Unternehmen oder zum Prozess, die Erlebnisqualität hinterfragt und optimiert wird. Eine andere Methode ist, frühzeitiger als bisher üblich mit Prototypen und Zwischenergebnissen zu arbeiten und diese zu testen. Was sich daraus an Anforderungen für die Führungskraft ableitet, sind wieder ähnliche Kompetenzen: mit hoher persönlicher Agilität neue abteilungsübergreifende Arbeitsteams zu initiieren und am Leben zu halten sowie die Komplexität der Anforderungen zu durchdringen und sinnvoll zu reduzieren.

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