Neue Metaanalyse – Impact von Führungsstilen auf mentale Gesundheit
Christof Obermann
Das ist eine wirklich große Metaanalyse: Die Autoren (Montano, Schleu und Hüffmeier (2023)) untersuchten, welchen relativen Beitrag unterschiedliche Führungsstile zur mentalen Gesundheit von Beschäftigten leisten. Die Analyse basiert auf 53 Studien mit insgesamt 217 Effektgrößen und rund 93.000 Personen – und gehört damit zu den umfassendsten Untersuchungen zu diesem Thema.
Berücksichtigt wurden solche Einzelstudien, die mindestens den Effekt von zwei vergleichenden Führungsstilen aus sieben untersuchten: „transformational“, „transactional“, „laissez-faire“, „task-oriented“, „relationship-oriented“, „destructive leadership“ sowie Leader–Member Exchange (LMX).
Größter Impact - Abstellen von destruktiver Führung
Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild: Transformational Leadership sowie insbesondere destruktive Führung sind die stärksten Prädiktoren der Gesamt- und negativen mentalen Gesundheit. Transformationaler Führungsstil – geprägt durch Inspiration, individuelle Unterstützung und Sinnstiftung – steht konsistent in positivem Zusammenhang mit psychischem Wohlbefinden. Demgegenüber zeigt destruktive Führung, etwa durch Abwertung, Vernachlässigung oder respektlosen Umgang, die deutlich schädlichsten Effekte. Dieser Befund verdeutlicht, dass negative Führungseinflüsse nicht nur „Umkehrungen“ positiver Führung sind, sondern eigenständige, besonders belastende Wirkfaktoren. Den größten Impact hätten daher Organisationen, wenn sie zunächst destruktive Führung in ihren Reihen abstellten.
Die Tatsache, dass destruktive Führung fast gleich stark wie transformationaler Stil mit mentalen Gesundheitsindikatoren assoziiert ist, unterstreicht stark: Negative Führung kann genauso gravierende (oder stärkere) Auswirkungen haben wie positive Führung.
Struktur und Wertschätzung aus Treiber für Engagement
Für positive mentale Gesundheit wiederum erwiesen sich beziehungsorientierte und aufgabenorientierte Führung als besonders förderlich. Beide betonen Klarheit, Unterstützung, Anerkennung und zwischenmenschliche Qualität – Faktoren, die unmittelbar an Wertschätzung und respektvolle Kommunikation anknüpfen. Transformationaler Stil bleibt auch hier wirksam, wird jedoch von den stärker alltagsnahen relationalen und strukturierten Führungsformen übertroffen.
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Literatur
Montano, D., Schleu, J. E., & Hüffmeier, J. (2023). A meta-analysis of the relative contribution of leadership styles to followers’ mental health. Journal of Leadership & Organizational Studies, 30(1), 90–107. https://doi.org/10.1177/15480518221114854