Studie zum Praxiseinsatz von Assessement-Centern im deutschsprachigen Raum

Studie zum Praxiseinsatz von Assessment-Centern im deutschsprachigen Raum

Der Arbeitskreis Assessment-Center e.V. führte in den Jahren 2001 und 2008 eine Studie zum Praxiseinsatz von Assessment-Centern in Deutschland, Österreich und der Schweiz durch. Ziel war es, Kenntnis über den Verbreitungsgrad und die Variationsbreite des Assessment-Center-Verfahrens in mittelständischen sowie Großunternehmen zu erhalten.

Im Sommer dieses Jahres wird diese Befragung wiederholt. Die Struktur der Befragung wird beibehalten, d. h. Fragestellungen und Antwortalternativen bleiben weitgehend unverändert. Damit kann eine zeitliche Verlaufsanalyse erstellt werden, die Hinweise auf mögliche Veränderungen und Trends bei der AC-Gestaltung geben kann. Alle Teilnehmer der Studie erhalten per E-Mail einen Fragebogen, der online ausgefüllt und zurückgesandt werden kann.

Etablierung der AC-Methode und Trend zu kleinen, flexiblen Einsätzen

Die Befragungsergebnisse aus dem Jahr 2008 zeigen, dass sich die Assessment-Center-Methode mit der Zielsetzung der Personalauswahl, Potenzialanalyse und Personalentwicklung zunehmend etabliert hat. Der Anteil der Assessment-Center-Anwender ist zwischen 2001 und 2008 von 50,2 % auf 73,4 % gestiegen. Auch die Einsatzhäufigkeit hat sich deutlich erhöht: Während 2001 die meisten Organisationen zwei bis vier ACs pro Jahr durchführten, setzten 2008 43 % der Organisationen jährlich 15 ACs und mehr ein. Gleichzeitig kann beobachtet werden, dass die Durchschnittsanzahl der Teilnehmer je Verfahren sinkt – der Trend geht also zu kleineren und flexiblen Einsätzen, bis hin zum Einzel-Assessment-Center.

Stärkerer Einsatz von kognitiven Persönlichkeitstests

Im Hinblick auf den Verfahrenseinsatz zeichnet sich die Entwicklung ab, ein breiteres Spektrum von Methoden zu kombinieren. Die 2008er-Befragung zeigt, dass Präsentationen, Rollenspiele, Fallstudien und Interviews nach wie vor zu den am häufigsten eingesetzten AC-Elementen gehören. Es wird darüber hinaus deutlich, dass neben den interaktiven Kompetenzen zunehmend auch kognitiv geprägte Anforderungen erhoben werden: Während im Jahr 2001 nur in 19 % der ACs kognitive Testverfahren eingesetzt werden, sind es 2008 bereits 32 %. Der Einsatz von Persönlichkeitstests hat sich fast verdoppelt (2001: 15,7%; 2008: 28,1%). Gruppendiskussionen mit anderen Teilnehmern werden dagegen deutlich seltener als AC-Element genutzt; der Grund liegt in der mangelnde Standardisierbarkeit dieser diagnostischen Situation. Nach Auskunft der Anwender setzen 37% Gruppenübungen mit Rollenspielern ein.

Weitere Informationen zu den AC-Studien aus den Jahren 2001 und 2008 können abgerufen werden unter: www.arbeitskreis-ac.de